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Motorradfreaks FAQs

Hier werden wir versuchen, im Laufe der Zeit ein paar wichtige Tipps und Tricks zu hinterlegen, die Euch vielleicht nützlich sein könnten. Wenn Ihr einen Beitrag zu diesem Bereich beisteuern möchtet: nur zu! Nützliche Tipps veröffentlichen wir hier gern.

 

Bereich Technik

Reinigung der Kette

Um die Lebensdauer der Motorradkette nicht unnötig zu verkürzen, sollte man die Kette ein wenig pflegen. Verdreckte und schlecht geschmierte Ketten geben schnell den Geist auf! Die Notwendigkeit der Reinigung hängt natürlich immer auch vom Fahrbetrieb ab. Die Kette einer Geländemaschine, die durch Schlamm und Staub gejagt wird muss öfter gereinigt werden, als die Kette einer Strassenmaschine, die nur bei schönem Wetter gefahren wird.
Egal womit die Kette gereinigt wird - man sollte für eine geeignete Unterlage sorgen, so dass man mit dem herunterlaufenden Lösemittel und Öldreck nicht den Gehweg oder die Garage ruiniert.
Als Lösemittel für verdreckte Ketten eignen sich Benzin, Lampenöl oder Bremsenreiniger. Es gibt im Zubehörhandel auch spezielle Ketten-Reinigungs-Sprays und Sets. Ein alter Borstenpinsel oder eine alte Zahnbürste leisten bei dieser Arbeit gute Dienste.
Wichtig ist, dass man die gereinigte Kette eine Weile gut trocknen lässt, bevor man sie mit Kettenfett / Kettenspray neu einfettet. Die zur Reinigung verwendeten Lösemittel sollten auf keinen Fall das am Schluss aufgetragene Schmiermittel verdünnen oder anlösen!
 

Vor dem Einmotten: Vergaser leerfahren!

Hier ein kleiner Tip zum Einmotten oder Überwintern Eurer Maschine: Wenn das Motorrad über eine längere Zeit abgestellt werden soll, ist es hilfreich die Vergaser vorher "leerzufshren". Ich drehe dazu meist eine kleine, letzte Runde und mache dabei den Benzinhahn zu. Wenn der Motor droht "zu verhungern", gebe ich nur eine kleine Menge Benzin nach, so dass ich gerade so bis zur Garage komme. dort lasse ich den Motor so lange im Leerlauf laufen, bis er aus Spritmangel von selber ausgeht. Jetzt ist kein Benzin mehr in den Schwimmerkammern der Vergaser, und ich stelle dei Maschine ab. Nach ein paar Monaten Standzeit öffne ich den Benzinhahn, und lasse frischen (und gut zündfähigen) Sprit in die Vergaser laufen. Damit springt die Maschine meist perfekt und schnell an.

Vergisst man diese Vorbereitung, steht nach längerer Standzeit in den Vergaser-Schwimmerkammern eine "Restbrühe", die nur schlecht zündet. Diese Suppe muss man aber erst mal "Wegorgeln" - und das reicht dann auch, um eine frisch geladene Batterie wieder leer zu bekommen!

Kleiner Zusatztip: Vorher den Tank bis obenhin volltanken, damit möglichst wenig Sprit verdunsten kann und sich keine Rostpartikel im Tank bilden können.

 

Wie oft sollte man die Bremsflüssigkeit wechseln?

Die Bremsen sind überlebenswichtig. Die Bremsflüssigkeit muss bei einem Motorrad spätestens nach zwei Jahren ausgetauscht werden. Wenn eine „dunkle Suppe“ im Schauglas des Lenkers zu sehen ist, ist es für einen Wechsel höchste Zeit! Bei einem Wechsel der Bremsflüssigkeit muss der Behälter geöffnet werden und mit einer Einwegspritze ziemlich leer gesaugt werden. Ein Rest sollte drin bleiben, so dass die Ansaugbohrungen noch leicht bedeckt sind. Den Behälter dann am besten mit einem Lappen auswischen. Beim einfüllen der neuen Bremsflüssigkeit sollte darauf geachtet werden, das sie keine Bläschen dabei bildet. Es sollten nur erfahrende Schrauber ans Werk gehen, ansonsten sollte die Bremsflüssigkeit lieber von einem Fachmann gewechselt werden. Denn nur wer eine einwandfreie Bremslage besitzt, hat eine Garantie auf sicheres fahren.

 


 

Bereich Ausrüstung und Equipment

Vorsicht mit Magnet-Tankrucksäcken

"Ach - was ein alter Hut!" werden jetzt sicher einige sagen - zugegeben, eigentlich logisch, Magnete und Magnetstreifen vertragen sich nicht. Aufgrund häufiger Erfahrung auf unseren Touren hier nochmal der Tipp: Kreditkarten, EC-Karten und andere Karten mit Magnetstreifen (Achtung: gibt's auch als Autobahn-Maut-Karten!) gehören nicht in den Tankrucksack, falls dieser mit Magneten an der Maschine befestigt wird. Die Befestigungsmagnete sind ziemlich stark und das reicht völlig um Magnetstreifen von Karten unbrauchbar zu machen. Man steht an einer Mautstation im Süden ziemlich doof da, wenn 1) die Abrechnungskarte vom Autobahnbetreiber und 2) die EC-Karte ihren Geist aufgegeben haben.

Auch wenn man die Karten mit den Magnetstreifen sorgsam in der Jacke aufbewahrt, und dann aber auf dem Weg zur Unterkunft den Tankrucksack lässig über die Schulter wirft, kann man eine nette Plastikgeld-Überraschung erleben!

 


 

Bereich Ausbildung und Führerschein

 

Was kostet ein Motorradführerschein?

Die Kosten für einen Motorradführerschein können sehr unterschiedlich ausfallen. In den letzten Jahren haben sich die abzuleistenden Pflichtstunden - und damit natürlich auch ie Kosten - deutlich erhöht. Trotzdem sind die Kosten für einen Motorradführerschein abhängig von verschiedenen Faktoren:

Macht man den Motorradführerschein zeitgleich mit dem Autoführerschein, lassen sich durch Zusammenlegung von Theoriestunden und Theorieprüfung Kosten sparen. 1.500 Euro sollte man jedoch grundsätzlich einkalkulieren.

Die Kosten der Fahrstunden variieren je nach Fahrschule. Grundsätzlich sind folgende Pflichtstunden vorgeschrieben:

  • 5 Fahrstunden über Land
  • 4 Fahrstunden auf der Autobahn
  • 3 Fahrstunden in der Dunkelheit

Hinzu kommen noch 4-10 Übungsfahrstunden, je nach Erfahrung und Talent. Kleiner Tip: Wenn man einen Autoführerschein besitzt und diesen vor 1980 gemacht hat, darf man damit die kleine 125er Maschinen fahren. Diese kleinen Motorräder fahren und schalten sich fast genauso wie die grösseren Maschinen. Wenn man sich vor der Fahrschulausbildung eine solche Maschine kauft oder leiht, kann man damit schon eine Menge Fahrpraxis sammeln - was einem später in der Fahrschule einige teure Übungsstunden spart und ausserdem zusätzliche Sicherheit und Routine bringt!

 

Eine Hilfe zur Kostenberechnung gibt es hier

 

 

Bereich wichtige Nebensachen

Wer grüsst wen, wann und warum?

Ein nettes Fundstück zur Grußkultur - viel Spaß ;)

 

Der bekannte Motorradfahrergruß ist ein mehr oder weniger deutliches Zurkenntnisnehmen eines entgegenkommenden Motorradfahrers

Zu diesem Zwecke erlaubt ist das Heben der Kupplungshand bis maximal Schulterhöhe oder das Abspreizen von mindestens zwei Fingern der linken Hand vom Lenkergriff. Grüßen mit der rechten Hand wird i. d. R. als uncool angesehen. Im Notfall, wenn die Kupplungshand z. B. mit Kuppeln beschäftigt ist, ist auch ein deutliches Nicken mit dem Kopf erlaubt.

Fahrtechnisch problematisch wird der Motorradfahrergruß beim Überholen. Die klassische Grußhand, die Linke, wird vom Überholten nicht gesehen. Grüßt man mit der Linken vorn am Körper vorbei nach rechts, tippen Autofahrer auf Heuschreckenschwärme oder Unterarmkrampf. Motorradfahrer mit Auslandserfahrung wenden daher in dieser Situation den mediteranen Motorradfahrergruß an: Spanische und französische Motorradfahrer sind immer irgendwie mit Gasgeben, Kuppeln, Schalten oder ihrer Sozia beschäftigt, so das sie durch Abspreizen des rechten Beins grüßen.

Nur Fortgeschrittenen zu empfehlen ist das sogenannte Abklatschen als Motorradfahrergruß: Der linke Arm wird soweit ausgestreckt, dass die ebenfalls ausgestreckte Hand des entgegenkommenden Fahrers berührt wird. Fehleinschätzungen von Geschwindigkeit und Entfernung können hierbei allerdings äußerst unangenehme Folgen haben. - Das Auf- und Abbewegen der waagerecht ausgestreckten Hand ist nicht als Motorradfahrergruß zu verstehen, sondern als Warnung z. B. vor Öl, Hindernissen oder Schnittlauch auf der Fahrbahn...

Regeln für den Motorradfahrergruß
Der Motorradfahrergruß ist stark reglementiert und wird von Anfängern nicht zu unrecht als kompliziert angesehen.

Die Frage, wer wen wann und wie grüßt und ob zuerst oder zurückgegrüßt wird oder überhaupt nicht, ist nur komplex zu beantworten und bedarf einer sehr differenzierten Betrachtung. Die Reaktion auf aktuelle Entwicklungen, wie zum Beispiel das Anwachsen des Hubraumes von Motorrollern oder die stetig steigenden Zulassungszahlen, wird unter Motorradfahrern kontrovers diskutiert.

Oldtimer werden grundsätzlich freudig und bewundernd gegrüßt, unabhängig vom Hubraum. Oldtimer werden meist von technisch versierten älteren Fahrern gefahren, so genannten 'alten Schraubern', und solchen ist Respekt zu zollen! Trifft man daher alte Schrauber, wartet man zunächst, ob sie einem den Motorradfahrergruß erbieten, um dann weinend vor Glück und Stolz zurückzugrüßen. Von Frühling bis Herbst grüßen viele alte Schrauber nicht, weil sie Winterfahrer sind.

Winterfahrer grüßen nur Winterfahrer, Saisonschwuchteln werden demonstrativ ignoriert. Treffen sich zwei Winterfahrer, ist die Freude groß. Man hält an, umarmt sich, baut ein Iglu oder wenigstens ein Lagerfeuer und redet mindestens zwei Stunden Benzin. Saisonschwuchteln hingegen grüßen in den ersten Frühlingswochen wie wild und beidhändig alles, was sich auf zwei Rädern bewegt. Vor lauter Aufregung vergessen sie dann oft, dass eine Kurve kommt. Sie haben immer frische Unterwäsche an - man könnte ja im Krankenhaus landen.

Harley-Fahrer werden nicht gegrüßt. Sie könnten sonst versehentlich den Motorradfahrergruß erwidern. Dabei kann, bei ungünstiger Drehzahl, der Lenker durch Vibrationen abbrechen. Da der Lenker meistens über 1m breit ist, lässt er sich nur schwer verstauen. Der typische Harleyfahrer hat deshalb nicht einmal einen Ersatzlenker dabei. Das ist der Grund, warum Harleyfahrer so oft am Straßenrand stehen.

BMW-Fahrer sind als arrogante notorische Nichtgrüßer verschrieen, da sie nicht grüßen und den Motorradfahrergruß nicht erwidern. Dies ist so nicht haltbar: andere BMW-Fahrer werden durch Hochziehen einer Augenbraue oder durch das leichte Lupfen des Kinnteils ihres Klapphelms gegrüßt...

Motorradfahrergruß in Sonderfällen

Ungeregelt ist die Grußkultur auf der Autobahn. Kaum ein Fahrer weiß, ob entgegenkommende Motorräder über sechs Spuren hinweg zu grüßen sind...

Auf beliebten Motorradstrecken ist die Motorraddichte teilweise inzwischen so hoch, dass dort kaum noch gegrüßt werden kann, denn es ist nicht ungefährlich, 70 Kilometer mit nur einer Hand am Lenker zu fahren...

Sportfahrer mit dem Knie auf der Erde sollte man nicht grüßen. Die glauben, auf der Rennstrecke zu fahren. Und dort bedeutet das Handheben des Gegenverkehrs, dass sie nach dem letzten Sturz die Orientierung verloren haben und fälschlicherweise die Strecke in Gegenrichtung befahren.
Kurz nach dem Wenden stellen sie allerdings beim nächsten Motorradfahrergruß fest, dass sie nun erst recht in der falschen Richtung unterwegs sind, und so wenden sie und fahren immer wieder hin und her, bis es so dunkel ist, dass sie keinen Gruß mehr erkennen. Dann begeben sie sich auf den Weg nach Hause an ihre Box.

Ein sehr ernstes Problem in Bezug auf den korrekten Motorradfahrergruß stellen Motorroller mit Hubräumen von 250 cm³ und mehr dar. Diese sind aufgrund ihrer Größe von vorne selbst von geübten Augen kaum noch von echten Motorrädern zu unterscheiden. Dies konfrontiert den echten Motorradfahrer mit einem fast unlösbaren Dilemma: Die Verletzung der Regel Nummer Eins ist unter keinen Umständen zu riskieren, grüßt man ein grußberechtigtes Fahrzeug jedoch nicht, ist man ein arroganter Sack ohne jegliche soziale Kompetenz.

Konzentriert man sich zu stark auf das entgegenkommende Fahrzeug, um es sicher zu identifizieren, läuft man Gefahr, die nächste Kurve zu verpassen und - dann allerdings korrekt grüßend - in die Leitplanke zu klatschen. Eine Lösung dieses Problems ist nicht in Sicht, da sich das bekannte Kartell aus Regierung und Industrie weigert, ein Identifizierungssystem, ähnlich der Freund-Feind-Kennung von Militärflugzeugen, als Serienpflichtausstattung für Motorroller vorzuschreiben...

Zu Konflikten kommt es auch, wenn man den deutschen Grußkulturraum verlässt. So sind deutsche Motorradfahrer in Italien verwirrt und erbost, weil dort partout niemand gegrüßt wird. Nicht einmal ein alter Schrauber. Die Erklärung: Der ''italienische Gruß'' besteht in einem für unser Auge nicht wahrnehmbaren Zucken des linken kleinen Fingers. Solche Missverständnisse führen zu dem Vorurteil, italienische Motorradfahrer seien unfreundlich und arrogant. Ein Desiderat der Grußkulturforschung!

In Deutschland gilt das minimalistische ''italienische Grüßen'' als verpönt. Man verachtet das furchtsame Festhalten am Lenker. Diese Haltung ist nicht unproblematisch. Wenn man beim Auto die Hand vom Lenkrad nimmt, fährt es geradeaus weiter. Lässt der Motorradfahrer den Lenker los, fällt die Maschine über kurz oder lang um. Besonders in Kurven. Ganz besonders beim sogenannten ''Heizen'', dem enorm schnellen Fahren. Der ''Heizergruß'' in extremer Schräglage (ein Knie berührt den Asphalt) gilt als sehr riskant. Er wird allgemein als Nachweis hoher Fahrkunst angesehen. Wer diese Kunst nicht beherrscht und dennoch ausübt, riskiert seinen letzten, den sogenannten ''goldenen Gruß''.

(C) DIE ZEIT Nr.31 vom 26.Juli 1996